»Was ist das also, wodurch man,
wenn Es einmal erkannt ist,
o Glückseliger, all das kennt, was existiert?«
(Mundaka Upanisad I,I,3)
Die Upanischaden repräsentieren die Urüberlieferung und bilden - als abschließender Teil der heiligen Veden - den Vedanta in seiner Essenz. Zusammen mit dem Brahmasutra und der Bhagavadgita bilden die
Upanischaden die »Dreifache Wissenschaft« 
(prasthanatraya) des Vedanta.
Das Wort upanisad ist aus upa (nahe, bei) und nisad (sitzen) zusammengesetzt und bedeutet, nahe bei einem Meister zu sitzen, um eine Unterweisung zu empfangen.
In den Upanischaden ist eine Kultur weit zurückliegender Zeiten spürbar, und ihre Thematik wird eher auf synthetische als diskursive Art präsentiert.
Einige der zahlreichen Upanischaden, darunter jene zehn wichtigsten, die von Sankara kommentiert worden sind, sowie die Mandukya, die Maitry, die Svetasvatara Upanisad und weitere mehr wurden von Raphael aus dem Sanskrit übersetzt und - insbesondere für Interessierte aus dem Westen - mit einem Kommentar versehen; siehe dazu die beiden von ihm besorgten Werke: 13 Upanischaden und Fünf Upanischaden.
Manche Upanischaden, wie die Isa Upanisad und die Mandukya Upanisad, bestehen nur aus wenigen Seiten, behandeln jedoch ontologische und metaphysische Aspekte, die höchste und die nicht-höchste Erkenntnis, das Brahman als letzte Wirklichkeit und die Welt des Werdens, usw. In ihnen werden Fragen über das überintelligible Sein, über das Nichtsein als samsara-Werden, über den atman als »Funken« des Brahman und über das Schicksal des Wesens dargelegt.